Warum Haferflocken so gesund sind

Joëlle Nerz
Veröffentlicht 29. August 2025Lesezeit 4 Min.

Unsere Müesli bestehen zu einem grossen Teil aus Vollkornhaferflocken. Und das ist kein Zufall: Schon der Schweizer Arzt und Ernährungsreformer Dr. Bircher-Benner betonte, dass regelmässiger Haferflockengenuss der Gesundheit in vielerlei Hinsicht guttut. Heute bestätigen auch moderne Studien, dass Hafer langanhaltende Energie liefert, sättigt und Nährstoffe enthält, die das Herz schützen können, den Stoffwechsel unterstützen und die Verdauung fördern können. In diesem Bericht werden die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Superfood Hafer zusammengefasst.

Ein Blick in die Inhaltsstoffe des Powerkorns Hafer

Hafer hebt sich von anderen Getreiden ab: Er enthält mehr hochwertiges Eiweiss und ungesättigte Fettsäuren. Zusätzlich stecken im Hafer Vitamine und Mineralstoffe wie Eisen, Zink, Magnesium und B-Vitamine. Besonders hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Nahrungsfasern, darunter das Beta-Glucan und die einzigartigen Avenanthramide, das sind sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativer und entzündungshemmender Wirkung, die nur im Hafer vorkommen.

Im Vergleich zu Weizen oder Reis wird Hafer zudem häufiger als echtes Vollkorn verzehrt, wodurch der Gehalt an Antioxidantien und Nahrungsfasern nochmals höher ist. Diese Inhaltsstoffe sind die Grundlage für den breiten gesundheitsunterstützenden Einfluss, welcher im Folgenden erläutert wird.

Proteine – wenn Hafer und Milch sich ergänzen

Proteine bestehen aus Aminosäuren – den Bausteinen unseres Körpers. Neun davon sind essenziell, das bedeutet, sie müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Hafer hat ein ausgewogenes Aminosäureprofil, allerdings wenig Lysin. Milchprodukte hingegen sind lysinreich – kombiniert man nun Hafer mit Kuhmilch, Joghurt oder Quark, steigt die biologische Wertigkeit deutlich. Mehr zu diesem Thema findest du auch in diesem familia-Gesundheitstipp: 

Tagesbedarf an Protein

Ein grosser Teil des Hafereiweisses besteht aus Globulinen, die im Vergleich zu anderen Getreiden einen besonders hohen Anteil an gut verfügbaren Proteinen darstellen und damit zur ernährungsphysiologischen Qualität von Hafer beitragen. Entsprechend kann regelmässiger Müeslikonsum auch in einer pflanzenbetonten Ernährung einen wertvollen Beitrag zur Proteinversorgung leisten.

Nahrungsfasern und Beta-Glucan

Die Bezeichnungen Ballaststoffe und Nahrungsfasern werden synonym verwendet. Sie bezeichnen Pflanzenteile, welche durch den Menschen nicht verdaut werden können aber dadurch einen sehr wertvollen Einfluss auf unser Verdauungssystem haben, denn sie verlangsamen die Verdauung und sorgen für ein langes Sättigungsgefühl. Besonders wertvoll dafür ist das lösliche Beta-Glucan: Es bildet im Darm ein Gel, das die Aufnahme von Zucker und Fetten verzögert. So kann es sich unterstützend auf den Cholesterin- und Blutzuckerspielgel sowie auf den Appetit auswirken. Schon 3g Beta-Glucan pro Tag – enthalten in ca. 60g Haferflocken – tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei.

Darüber hinaus dient Beta-Glucan als Präbiotikum: Darmbakterien wandeln es in kurzkettige Fettsäuren um, die entzündungshemmend wirken und die Darmbarriere stärken können. Damit kann ein regelmässiger Haferkonsum gleichzeitig Herz, Verdauung und Immunsystem unterstützen. Wenn du mehr über Darmgesundheit und den Unterschied zwischen Prä- und Probiotika wissen möchtest, empfehlen wir im Anschluss diesen Tipp zu lesen:

Bauchgefühl gut, alles gut?

Gesund knuspern – worauf es ankommt

Eine grosse britische Untersuchung hat gezeigt, dass von 13 untersuchten Ernährungsgewohnheiten nur eine klar mit gesundheitlichen Vorteilen verbunden war: der regelmässige Konsum von Müesli. Die Müesli konsumierenden Studienteilnehmer zeigten ein rund 25 % geringeres Risiko für koronare Herzkrankheiten. Ein Editorial betont aber: Es geht nicht um eine einzelne „Wunderzutat“, sondern um das Zusammenspiel vieler pflanzenbasierter Lebensmittel – und dass zu viel Zucker diesen Nutzen deutlich mindern kann.

Die oben beschriebenen Vorteile von Haferflocken können also durch zu viel zugesetzten Zucker im Müesli abgeschwächt werden. Zuckerreiche Knuspermüesli lassen den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen und neutralisieren damit teilweise die positiven Wirkungen der Haferfasern.

Gerade deshalb lohnt es sich, auf Müesli oder Granola zu setzen, die den natürlichen Charakter des Hafers betonen. Wer Lust auf knusprige Kombinationen mit weniger oder gar keinem zugesetztem Zucker hat, findet heute eine breite Auswahl an «lower Sugar» familia Müesli:

Low sugar Müesli

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